Sonnets To Orpheus I, 26

by R. M. Rilke
translated by H. Landman


But you, divine, to the last resonating
when swarms of scorned maenads were bent on your murder,
you drowned out their shouting with beautiful order,
from out the destroyers rose uplifting playing.

No one there damaged your head or your lyre,
however they rushed you or rested apart;
and all the sharp rocks they threw at your heart
grew soft when they touched you and able to hear.

In the end they dismembered you, driven by vengeance,
but your sound yet lingered in cliffs and lions,
in forests and birds. Even now, you still sing there.

Oh desolate god! You unending trail out!
Only since blind hatred strew you about
are we now hearers and a mouth for nature.

Du aber, Göttlicher, du, bis zuletzt noch Ertöner,
da ihn der Schwarm der verschmähten Mänaden befiel,
hast ihr Gescrei übertönt mit Ordnung, du Schöner,
aus den Zerstörenden stieg dein erbauendes Spiel.

Keine war da, daß sie Haupt dir und Leier zerstör',
wie sie auch rangen und rasten; und alle die scharfen
Steine, die sie nach deinem Herzen warfen,
wurden zu Sanftem an dir und begabt mit Gehör.

Schließlich zerschlugen sie dich, von der Rache gehetzt,
während dein Klang noch in Löwen und Felsen verweilte
und in den Bäumen und Vögeln. Dort singst du noch jetzt.

O du verlorener Gott! Du unendliche Spur!
Nur weil dich reißend zuletzt die Feindschaft verteilte,
sind wir die Hörenden jetzt und ein Mund der Natur.


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Last updated 1998 December 22